
Im Anschluß an den Orgelmeisterkurs fand am Fr., 26.08.2011 die zweite Orgelnacht der Improvisation im Passauer Dom statt.
Von 21:00 Uhr bis 5:20 Uhr spielten 6 Organisten Konzerte mit Improvisationen – das Spiel wurde auf eine Leinwand im Chor des Domes übertragen. Mit einer Multimediaanlage wurden die Sinneseindrücke ergänzt. Der Zuhörer konnte sich mit kulinarischen Genüssen (warm und kalt) durch den Catering Service im Domhof verwöhnen lassen.
Organisten:
- Prof. Wolfgang Seifen, Berlin
- Prof. Gereon Krahforst, Paderborn
- Prof. Hans Haselböck, Wien
- Kalevi Kiviniemi, Finnland
- Barbara Dennerlein, München
- Ludwig Ruckdeschel, Domorganist Passau
Nachlese:
“Seht Gottes Zelt auf Erden – verborgen ist er da – DOM als Haus Gottes” − es war eine besondere Nacht im Passauer St. Stephansdom, in der wahre Meister der Orgelimprovisation mit ihrer Kunst der Gegenwart Gottes nachspürten.
Durch die großartigen Klangmöglichkeiten der berühmten Domorgel zu Hochform inspiriert, boten die Organisten tiefsinnige und mitreißende Konzerte, die die etwa 550 gebannt und verzaubert lauschenden Zuhörer im Dom auch auf Großleinwand mitverfolgen konnten. Während dieser Nacht der Musik konnte man auch Einblendungen von zahlreichen Bildern und architektonischen Details des Domes auf der Leinwand sehen, die von D. Asenkerschbaumer in sehr einfühlsamer Weise genau passend zur Musik gewählt wurden. In den Pausen bot die Bewirtung durch Cafe Hoft im Domhof in dieser sommerlich-warmen Nacht genügend Erfrischung und gute Gesprächsmöglichkeiten mit den Künstlern. Hans Haselböck, der Grandseigneur des Abends, eröffnete mit wahrlich tief empfundenen Psalmimprovisationen, die meisterhaft zeigten, welch Gehalt Improvisation haben kann. Ein völliger Gegensatz war dann Barbara Dennerlein, die mit ihren jazzigen Kompositionen die Domorgel in ein anderes Licht tauchte – gekonnt meisterte Sie das Riesen-Instrument, wenn Sie auch in der improvisatorischen Freiheit und Tiefe der Musik bei weitem nicht an Hans Haselböck heranreichen konnte. Leider blieb der Bezug ihres Konzertes zum Thema der Orgelnacht offen. Wolfgang Seifen spielte ein wirklich genial zu nennendes Konzert, sein unglaubliches Können als Improvisator ist ja hinlänglich bekannt; die stupende Virtuosität und seine musikalischen Einfälle verbanden sich an der Domorgel zu großartigen Formen, die große Spannweite der Sätze und die musikalisch-innige Versenkung in ruhigen Passagen waren neben dem satz- und spieltechnischen Können sehr beeindruckend. Gereon Krahforst und Ludwig Ruckdeschel gehören zur jüngeren Generation bekannter Organisten und Improvisatoren, jeder bot auf ganz eigne Weise, mit eigenem persönlichen Stil, eine Konzertstunde mit Improvisationen und eingestreuten Orgelkompositionen. Hierbei kamen Klangphantasie und Spontanität der Improvisation zum Zuge − sicher ein Höhepunkt der Orgelnacht war die ca. 15-minütige Improvisation beider an Haupt- und Chororgelspieltisch über den Choral “Eine große Stadt ersteht”, die beide Musiker ohne Probe intuitiv und völlig spontan gestaltet haben. Ein wirklich fulminantes Ende dieser großartigen Orgelnacht bot Kalevi Kiviniemi, sein Konzert war ein Feuerwerk der Orgelkunst. Zupackend, geprägt von rhythmischer Energie und großer Spielfreude bot er einen Bogen von finnischer Musik über sehr prägnante Improvisationen zu Bekanntem wie Widor´s bekannte Toccata aus der V. Orgelsymphonie. Nach begeistertem Applaus folgte noch eine Zugabe – damit endete die 2. Orgelnacht der Improvisation um ca. 5.30 Uhr.
Weitere Informationen zu diesem herausragenden Event und Fotos sowie eine Online-Bestellmöglichkeit für Musik-CDs finden Sie hier: 2. Passauer Orgelnacht “Improvisation” 2011
Diese Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Verein “Alles im Fluss” / Zeitgemäße Kunst Passau e.V.
Bilder der Orgelnacht 2009